Sustainable Finance & ESG

Durch den Green Deal der EU ist der Bereich Sustainable Finance und ESG bei Banken und Finanzdienstleistern verstärkt in den Fokus der Gesetzgebung gelangt. Umfangreiche neue Anforderungen kommen auf den Finanzbereich zu, und müssen zeitnah umgesetzt werden.

Zwei Bereiche erhalten aktuell besondere Aufmerksamkeit: Zum einen sind es neue Veröffentlichungsverpflichtungen, durch die die Banken und Asset Manager ihre Kunden über den Grad der Nachhaltigkeit in ihren Geldanlagen informieren müssen. Zum anderen ist es aber auch die eigene Risikosteuerung, welche nun Risikobewertungen einer Klimaverschiebung quantifizieren und ausweisen muss. 

Die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen und Gesetze sind erst vor kurzem verabschiedet worden, fertige und einheitliche Lösungen für jeden Marktteilnehmer gibt es nicht. Jede Bank, jeder Asset Manager nutzt andere Systeme, eigene Bewertungsmaßstäbe, unterschiedliche Datenanbieter. 
Es herrscht Handlungsbedarf. Die Gesetzgebung sieht eine rasche Umsetzung vor und der Zeitrahmen ist eng gesteckt.

Neues zur EU-Taxonomie 

Die EU Taxonomie entwickelt sich weiter. Zum einen gibt es einen ersten Vorschlag zur Sozialen Taxonomie, aber auch die bereits vorhandene Taxonomie wird vervollständigt und ggfs. auch inhaltlich angepasst. 

Soziale Taxonomie

Ziel ist, zu definieren, was ein soziales Investment ist, analog zu Umweltinvestments. Hierfür werden die auch aus dem Umweltbereich bekannten Kriterien herangezogen:

  1.  Was ist ein klarer Beitrag zu sozialen Zielen  
  2. Anwenden des "Do no significant harm" Prinzips 
  3. Definieren, welche Aktivitäten schädlich sind


Es wird eine Struktur für die soziale Taxonomie vorgeschlagen, die sowohl vertikal als auch horizontal ist, wobei die vertikale Dimension auf Products/Services schaut (macht das Unternehmen Products/Services besser zugänglich, und ist gleichzeitig nicht schädlich bei der Umsetzung der anderen sozialen Ziele). 
Die horizontale Dimension untersucht den Einfluss auf Stakeholder Gruppen (Stichwort Human Rights). Ebenso wird Corporate Governance untersucht mit Kriterien für Bestechung, Steuer und Lobbying.


 

Erweiterung der Taxonomie 

Im Juli 2021 wurde eine Public Consultation der EU Platform on Sustainable Finance veröffentlicht. Die Konsultation endet am 27.08.2021. 
Zunächst einmal möchte man die Farben ändern. „Braun“ hat interkulturelle Fallstricke, und Brownfield / Greenfield investments ist ein gängiger Begriff, der allerdings nichts mit Green / Brown Investments zu tun hat und im Zweifel für Verwirrungen sorgt. Daher schlägt das Konsultationspapier das klassische Ampelsystem Grün / Rot vor, und dazu auch Gelb. 
Grün steht wie schon in der vorhandenen Taxonomie für Aktivitäten, die einen signifikanten positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit haben. Rot steht für klimaschädliche Aktivitäten. In der aktuellen Taxonomie ist dies explizit die Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen. Rot kann aber auch eine Aktivität sein, die schädlich ist und für die es auf absehbare Zeit keine technologische Verbesserung gibt, z.B. Thermal-Kohleabbau, Hausbau in Flutregionen, Aktivitäten welche Bio-Diversität zerstören etc. 
Neu ist Gelb. Hier werden Aktivitäten gewürdigt, die auf dem Weg hin zu Grün sind. Dies ist insofern von Bedeutung, als man nun Unternehmen besser einstufen kann, die ‚sich auf den Weg gemacht haben‘ hin zu nachhaltigerer Produktion. 


Die vier letzten Umweltziele der Taxonomie

Wasser, Kreislaufwirtschaft, Verhinderung von Umweltverschmutzung sowie Biodiversity & Ecosystems sind die letzten vier Ziele, die bislang noch nicht von der Taxonomie abgedeckt wurden. Im aktuellen Draft Report werden nun Vorschläge für substantielle Beiträge und für DNSH (do no significant harm) zu diesen Zielen vorgestellt. 
Die vier Grundvoraussetzungen, damit eine Aktivität grün oder Taxonomy-Aligned ist, sind:
-          Sie leistet einen substantiellen Beitrag zu mindestens einem Umweltziel
-          Gleichzeitig fügt sie den anderen fünf Zielen keinen Schaden zu
-          Sie unterliegt den entsprechenden technischen Screening Criteria
-          Sie erfüllt ein Mindestmaß an sozialen Anforderungen

EU-Regulierung: Finanzierung nachhaltigen Wachstums

Sustainable Finance ist auf dem Vormarsch, nachhaltiges Investieren und ethische Geldanlagen in aller Munde. Grün liegt im Zeitgeist. Doch was ändert sich konkret für Banken, Finanzinstitute und Vermögensverwalter in der nächsten Zeit, und was ist der Ursprung der aktuellen Entwicklungen?

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