ESG für Banken in 2021 – die drei wichtigsten Themen

ESG für Banken in 2021 – die drei wichtigsten Themen

ESG Trends

ESG und Nachhaltige Anlagen werden uns auch 2021 begleiten und an Relevanz weiter zunehmen. Treiber hierfür ist natürlich auch der Gesetzgeber, der etliche Gesetzesgrundlagen verabschiedet hat, die in 2021 umgesetzt werden müssen. Es ist aber auch der Markt selbst, der sich immer mehr mit dem Thema beschäftigt. Wer ESG, Klimarisiken & Sustainable Finance noch nicht auf der Agenda hat, der muss sich schnellstmöglich damit beschäftigen – ab 2022 wird z.B. der Umgang mit Klimarisiken ein aufsichtliches Prüfungsthema. Nach einer aktuellen Studie von Confinpro *1) haben bislang 58% der Finanzdienstleister das Thema Taxonomie bereits in ihrer Strategie berücksichtigt oder sind in der Umsetzung. Für die anderen 42% wird’s langsam Zeit.

Hier nun die aus unserer Sicht wichtigsten Themen für 2021:

1. Klimawandel

Wir erwarten in 2021 den größten Klimagipfel der Politik seit dem Pariser Abkommen von 2015. Die neuen Klimaverhandlungen, COP21, finden voraussichtlich im November in Schottland statt, und Vertreter aller Staaten werden teilnehmen. Besonders hervorzuheben ist, dass der ehemalige Chef der Bank of England, Mark Carney, als Klimabotschafter der UN eine führende Rolle einnehmen wird. Alleine dadurch wird sichergestellt, dass auch die Finanzindustrie in ihre besondere Verantwortung einbezogen wird, den Klimawandel zu begleiten und mitzugestalten. Natürlich werden dort auch die großen Vereinigungen wie z.B. Climate Action 100+ ihr Gewicht einsetzen, um weitere Veränderungen herbeizuführen.

2. Neue EU Gesetzgebungen

Da ist zunächst der Leitfaden der EZB zu Klima- und Umweltrisiken. Dieser muss von den Banken und Asset Managern in 2021 umgesetzt werden, zumindest erwartet die EZB für Anfang 2021 schon mal eine Selbsteinschätzung sowie Maßnahmenpläne. Was darauf folgt, ist klar – die Pläne müssen dann natürlich auch umgesetzt werden. Die EZB wird dies aufsichtsrechtlich prüfen, und zwar schon in 2022.

Auch beim EU Action Plan erwarten wir neue Gesetzesinitiativen. Nach Taxonomie, Regularien zur Veröffentlichung und Klima-Benchmarks sind nun neue Themen auf der Agenda, von Due Dilligence Regeln für Geschäftsführer, erhöhte Transparenz in Lieferketten bis hin zur möglichen Regulierung von ESG Datenanbietern und Rating Agenturen. Die Taxonomie wird in 2021 konkretisiert, und Teile der EU Disclosure Regulation werden dieses Jahr verpflichtend. Last but not least erwarten wir, dass die EU ihre NFRD (Non Financial Reporting Directive) überarbeiten wird.

3. ESG Daten

Wir erwarten hier große Bewegungen im Markt. ESG Daten sind der Dreh- und Angelpunkt, wenn es darum geht, wie Banken und Asset Manager ihren Verpflichtungen zur Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsreports und zum Monitoring von Klimarisiken gerecht werden wollen.

Bei den großen Anbietern von ESG Daten ist MSCI aus unserer Sicht immer noch der Marktführer bei den Banken. Aber es ist Bewegung im Markt, die Deutsche Börse hat jüngst den ESG Datenanbieter ISS für 1.5 Mrd € übernommen.

Auch für unsere Kunden stellt sich immer wieder die Frage – kauft man einen ESG Datenanbieter hinzu? Muss man den vorhandenen Datenlieferanten in die IT Umgebung und ins bestehende Reporting integrieren? Gibt es erprobte Lösungen, die kurzfristig verfügbar sind und auch der aufsichtsrechtlichen Überprüfung standhalten?

Neben der Datenauswahl wird auch das Reporting der ESG Daten ein weiterer Schwerpunkt in 2021. Nachdem Canada sich für TCFD als Reportingstandard ausgesprochen hat, folgte vor kurzem Neuseeland, und nun auch die Schweiz. Neben TCFD gibt es aber noch weitere Standards, und wir erwarten von der European Financial Reporting Advisory Group im laufenden Jahr weitere Anstöße, wie das ESG Reporting der Zukunft aussehen soll.

Ihr Ansprechpartner:
Frank Bormann
frank.bormann@wepex.de

ESG Experte & Senior Manager, WEPEX Unternehmensberatung

*1) Confinpro: EU-Taxonomie, Regeln für die grüne Zukunft