‘Final Report’ zur Veröffentlichung von Nachhaltigkeitskriterien bei der EU Kommission eingereicht

‘Final Report’ zur Veröffentlichung von Nachhaltigkeitskriterien bei der EU Kommission eingereicht

EBA, EIOPA und ESMA (ESAs) haben am 04. Februar 2021 der Europäischen Kommission ihren ‘Final Report’ zu Inhalten, Methoden und Darstellung von Veröffentlichungen unter der EU-Regulierung zur Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsinformationen im Financial Services Sektor (SFDR) eingereicht. Dieser beinhaltet auch den finalen Vorschlag der Regulatory Technical Standards (RTS).

Die RTS sollen den Endkunden stärken durch erweiterte Veröffentlichungen zu ESG. Dadurch soll auch dem Willen der Verbraucher entsprochen werden, mehr über nachhaltige Produkte zu erfahren und das Risiko des Greenwashing zu minimieren.

Die Hauptvorschläge der ESAs beinhalten:

Nachteilige Investmenteinflüsse – auf Unternehmensebene

Unternehmen müssen darlegen, ob ihre Investmententscheidungen einen nachteiligen Effekt auf

  • Klima- und Umwelteinflüsse haben, sowie
  • Soziale- und Arbeitnehmerfragen, Menschenrechte, Anti-Korruption und Bestechung haben

Hier gilt der Proportionalitätsgedanke – Unternehmen mit weniger als 500 Angestellten müssen nur auf einer comply-or-explain Basis berichten.

Produktbezogene Veröffentlichungen

Hierfür soll es vorgeschriebene Muster geben, wie Nachhaltigkeits-Charakteristika von Finanzprodukten sowohl im Annex von vorvertraglichen Produktdokumentationen als auch auf der Webseite der Anbieter abgebildet werden müssen. Vorschläge der ESAs hierzu betreffen die folgenden Bereiche:

  • Vorvertragliche Informationen müssen detailliert beschreiben, wie ein Produkt, welches ESG-Charakteristika anbietet, diese auch erfüllt und welche Methodik es dabei anwendet
  • Informationen auf der Webseite der Finanzinstitute müssen ESG Charakteristika von nachhaltigen Investmentprodukten beschreiben
  • In periodischem Reporting muss genau spezifiziert werden, (I) in wieweit ihre Finanzprodukte ESG Kriterien beinhalten, und welche Metriken angewendet werden, um dies nachzuhalten, und (II) falls nachhaltige Investmentprodukte angeboten werden, inwieweit diese zur CO2-Reduktion beitragen
  • Finanzunternehmen müssen zudem veröffentlichen, inwieweit ihre Anlagen dem Prinzip des ‚do no significant harm‘ entsprechen, also inwieweit sie nicht absichtlich gegen Klimaziele verstoßen

Umsetzung

Die rechtliche Umsetzung dieser Vorschriften ist grundsätzlich für den 10. März 2021 geplant. Die ESAs sehen aber die technischen Herausforderungen der Finanzteilnehmer, diese Veröffentlichungen in so kurzer Zeit umzusetzen, und haben der Kommission einen Umsetzungstermin 01. Januar 2022 vorgeschlagen.